26.05.2026 · Team Barrieren-gutachten.de · ca. 2 Min. Lesezeit
266 neue BFIT-Gutachten zeigen anhaltende Defizite bei digitaler Barrierefreiheit
Wir haben 266 weitere Prüfgutachten der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT-Bund) aus dem Jahr 2025 aufgenommen. Damit sind nun 1.184 öffentlich verfügbare Prüfgutachten zur digitalen Barrierefreiheit zentral durchsuchbar.
Der Befund bleibt unverändert deutlich: Auch unter den 266 neu erfassten Angeboten hat kein einziges die vereinfachte Überwachung bestanden. Über alle bisher aufgenommenen Gutachten hinweg liegt die Zahl bestandener Prüfungen damit weiterhin bei null.
Zugleich zeigt sich ein erneuter Negativtrend: Wurden im Vorjahr noch durchschnittlich 14,82 Barrieren pro Angebot gemeldet, steigt dieser Wert 2025 auf 17,09. Das entspricht einer Zunahme von mehr als 15 Prozent.
„Wenn fast 1.200 Angebote ausnahmslos an der vereinfachten Überwachung scheitern, ist das kein statistischer Ausreißer. Durch die von uns veröffentlichten Gutachten zeigt sich ein strukturelles Vollzugs- und Umsetzungsproblem bei digitaler Barrierefreiheit“, sagt Casey Kreer von barrieren-gutachten.de.
Die vereinfachte Überwachung prüft nur einen Teil der gesetzlichen Anforderungen an digitale Barrierefreiheit. Dass die geprüften Angebote dennoch durchgehend als nicht konform bewertet wurden und die durchschnittliche Zahl gemeldeter Barrieren weiter steigt, verweist auf erhebliche Mängel bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben. Es zeigt auch ein massives Kompetenz- und Priorisierungsdefizit innerhalb der zuständigen Stellen.
Für behinderte Menschen ist das kein abstrakter Verwaltungsbefund. Nicht barrierefreie Websites, Apps, Dokumente und Online-Formulare erschweren oder verhindern den Zugang zu Informationen, Leistungen und Beteiligung in allen Lebensbereichen.
barrieren-gutachten.de erschließt öffentlich verfügbare Prüfgutachten, macht sie durchsuchbar und ordnet sie nachvollziehbar ein. Die Plattform dokumentiert, in welchem Umfang öffentliche digitale Angebote gesetzliche Barrierefreiheitsanforderungen verfehlen und schafft Transparenz dort, wo Betroffene seit Jahren auf wirksame Umsetzung warten.